Das Wichtigste in Kürze
- Amazon Rechenzentren verbrauchen mit 0,12 L/kWh 7-mal weniger Wasser als der Branchendurchschnitt (0,84 L/kWh)
- Rund 90 Prozent der Zeit kühlen die Rechenzentren ohne Wasser – durch sogenanntes „Free Air Cooling”
- Seit 2021 hat Amazon die Wassereffizienz um 52 Prozent verbessert
- Bis 2030 will Amazon „Water Positive” sein – 75 Prozent des Ziels sind bereits erreicht
- In Deutschland laufen Projekte in Frankfurt und im Spessartwald, die zusammen jährlich mehr als 370 Millionen Liter Wasser zurückführen werden
Wie effizient nutzen Amazon Rechenzentren Wasser?
Rechenzentren brauchen Kühlung – und Kühlung braucht oft Wasser. Doch wie viel Wasser tatsächlich nötig ist, hängt stark von der eingesetzten Technologie ab. Amazon hat heute neue Zahlen veröffentlicht, die zeigen: Die eigenen Rechenzentren arbeiten deutlich sparsamer als der Rest der Branche.
Konkret verbrauchen Amazon Rechenzentren 0,12 Liter Wasser pro Kilowattstunde (L/kWh). Der Branchendurchschnitt liegt bei 0,84 L/kWh – das bedeutet, Amazon ist 7-mal wassereffizienter. Seit 2021 konnte das Unternehmen die Wassereffizienz um 52 Prozent steigern.
Wie kühlt Amazon seine Rechenzentren?
Etwa 90 Prozent der Zeit nutzen Amazons Rechenzentren „Free Air Cooling” – Außenluft wird angesaugt, an den Servern vorbeigeführt, um die Wärme aufzunehmen, und dann wieder nach außen gepumpt – ganz ohne Wasser. In Europa, wo die Temperaturen den Großteil des Jahres moderat sind, ist dieser Anteil sogar noch höher.
„Das ist wie zu Hause”, sagt Joern Tinnemeyer, Leiter für Rechenzentrums-Engineering bei Amazon. „Es ist ein schöner Sommermorgen. Es ist nicht besonders heiß. Ich öffne lieber die Fenster, statt die Klimaanlage einzuschalten, und lasse einfach die Brise durchziehen.”

Doch wenn die heißesten Stunden der heißesten Tage kommen, besonders in wärmeren Regionen Europas, wird die Luft zu heiß und feucht, um die Server effektiv zu kühlen. Dann kommt Verdunstungskühlung zum Einsatz: Wasser wird auf ein saugfähiges Medium gesprüht, das Amazon Wasserspezialist Beau Schilz als „einen raffinierten, riesigen Schwamm” beschreibt. Heiße Luft strömt durch dieses wassergetränkte Material, und wenn das Wasser verdunstet, entzieht es der Luft Wärme und kühlt sie um 5 bis 10 Grad ab.
„Das ist wie Schwitzen”, erklärt Schilz. „Der Verdunstungsprozess zieht die Hitze vom Körper ab, damit man nicht überhitzt.”
Höhere Betriebstemperaturen für weniger Wasserverbrauch
In den letzten Jahren hat Amazon die Temperaturschwellen, bei denen die Rechenzentren arbeiten, stetig angehoben und Server so konzipiert, dass sie mehr Hitze vertragen. Wenn Server mehr Hitze tolerieren, reduziert sich die Anzahl der Stunden, in denen Wasser zur Kühlung benötigt wird. Nach Jahren der Iteration und datengestützten Optimierung nutzt Amazon Wasser zur Kühlung der Zuluft nur noch, wenn die Außentemperaturen circa 30 °C überschreiten – ein System, das in den meisten Klimazonen effizient funktioniert.

Amazon hat Tausende Stunden an Daten über verschiedene Rechenzentrumsstandorte hinweg analysiert und Ausfallraten bei höheren Temperaturen geprüft. „Die Ausfallrate ist nicht gestiegen”, sagt Schilz.
Wie schneidet Amazon im Branchenvergleich ab?
Quellen: Microsoft 2025 Sustainability Report, Microsoft AI Blog, Microsoft Datacenters Blog, Google Cloud Blog, „Measuring the environmental impact of delivering AI at Google Scale", Meta 2025 Environmental Data Index, Amazon Sustainability ReportWas bedeutet „Water Positive” und wie weit ist Amazon?
Amazon hat sich verpflichtet, bis 2030 „Water Positive” zu werden. Das bedeutet: Mehr Wasser an Gemeinden und Ökosysteme zurückzuführen, als das Unternehmen verbraucht
- Stand heute hat Amazon bereits 75 Prozent dieses Ziels erreicht
- Im Jahr 2025 führte das Unternehmen 3 Liter Wasser für die genutzten 4 Liter zurück
- Über 50 angekündigte Wasserprojekte weltweit sollen jährlich mehr als 22 Milliarden Liter an Gemeinden und Wassereinzugsgebiete zurückführen
Wie viel Wasser entnimmt Amazon insgesamt – und wie wird es weniger?
Der erste Schritt zu „Water Positive” ist Transparenz: Amazon erfasst genau, wie viel Wasser entnommen wird, um zu verstehen, wie viel zurückgeführt werden muss. 2025 lag die Gesamtentnahme über den globalen Rechenzentrumsbetrieb bei circa 9,5 Milliarden Litern.
Um das einzuordnen: Die europäische Rechenzentrumsbranche insgesamt macht weniger als 0,5 Prozent des gesamten industriellen Wasserverbrauchs aus – und Amazons europäischer Betrieb nutzt nur einen Bruchteil davon. An den Standorten, die Amazon selbst besitzt und betreibt, sank die Gesamtwasserentnahme von 2024 auf 2025 um 2 Prozent – obwohl die Zahl der Gebäude weltweit weiter gewachsen ist.
Darüber hinaus investiert Amazon in innovative Wege, Wasser aufzufangen, das sonst verschwendet würde, und es an Gemeinden zurückzuführen, die es benötigen.
Wie nutzt Amazon aufbereitetes Wasser?
Amazon leistet Pionierarbeit beim Einsatz von sogenanntem „aufbereitetem Wasser” (Reclaimed Water). Statt Trinkwasser zu nutzen, bezieht das Unternehmen Wasser von Kläranlagen – Wasser, das andernfalls unbrauchbar wäre.
Neben der Reduzierung des Wasserverbrauchs sind wir Vorreiter bei der Nutzung von aufbereitetem Wasser, das aus Kläranlagen stammt und nicht aus Trinkwasserquellen.Bereits 26 Standorte arbeiten mit 100 Prozent aufbereitetem Wasser – mehr als bei jedem anderen Cloud-Anbieter. Über 130 weitere Standorte sind weltweit vertraglich vereinbart.
„Wir nutzen nicht nur aufbereitetes Wasser”, sagt Usman Khan, der seit über sieben Jahren Wasserspezialist bei Amazon ist. „Wir helfen Gemeinden, diese Programme von Grund auf zu entwickeln.”
Für Wasserspezialist Beau Schilz, der jahrelang in der kommunalen Wasserversorgung tätig war, geht es darum, ein verantwortungsvoller Nachbar zu sein: „Wir konzentrieren uns besonders auf Gebiete mit Wasserknappheit. Amazon möchte mit Gemeinden zusammenarbeiten, um sicherzustellen, dass unser Wassermanagement lokale Vorteile schafft, die die Menschen vor Ort sehen wollen.”
Mit wachsender Nachfrage nach Cloud Computing wächst auch Amazons Engagement, mit weniger mehr zu erreichen – und Gemeinden besser zu hinterlassen, als sie vorgefunden wurden.
Rechenzentren verbrauchen insgesamt weniger als 0,5 % des gesamten weltweiten industriellen Wasserverbrauchs, und Amazon macht nur einen kleinen Bruchteil davon aus.Welche Wasserprojekte betreibt Amazon in Deutschland?
In Deutschland hat Amazon kürzlich zwei wegweisende Wasserprojekte angekündigt, die zusammen jährlich mehr als 370 Millionen Liter Wasser zurückführen werden.
Intelligente Leckageerkennung in Frankfurt
In Zusammenarbeit mit dem Wassertechnologie-Scaleup Shayp finanziert Amazon die Installation intelligenter IoT-Überwachungstechnologie in 500 Frankfurter Gebäuden bis 2028 – ohne Kosten für Gebäudeeigentümerinnen und -eigentümer oder Betreiber. Öffentliche Einrichtungen wie Schulen, Krankenhäuser und medizinische Zentren erhalten eine automatisierte Leckageerkennung rund um die Uhr. Die AWS-gestützte Cloud-Technologie ermöglicht Echtzeit-Datenanalysen und schnelle Reaktion auf erkannte Lecks. Allein dieses Projekt soll die Wasserverschwendung um mehr als 320 Millionen Liter reduzieren.
„Hessen ist eine Schlüsselregion für innovative sowie nachhaltige Rechenzentrumsentwicklung, daher stärkt das Vorhaben von AWS auch Hessen als führenden Standort.”
Prof. Dr. Kristina Sinemus
Hessische Ministerin für Digitalisierung und InnovationFeuchtgebiets-Renaturierung im Spessartwald
Das von EcoTree umgesetzte Projekt stärkt Feuchtgebiete auf 200 Hektar im Spessartwald bei Würzburg. Durch gezielte Erdarbeiten entstehen rund sechs Hektar neue Feuchtlebensräume, die den Wasserfluss verlangsamen, die Rückhaltekapazität erhöhen und die Grundwasseranreicherung fördern. Nach Abschluss Ende 2027 werden voraussichtlich jährlich mehr als 57 Millionen Liter Wasser zurückgeführt.
Das Projekt schafft zudem Lebensräume für bedrohte Arten wie Amphibien und den Schwarzstorch und unterstützt nationale Umweltziele gemäß dem Wasserhaushaltsgesetz und der nationalen Biodiversitätsstrategie.
„Die Projekte in Deutschland zeigen, wie Technologie und naturbasierte Lösungen helfen können, Wasser effizienter zu nutzen, Verluste zu reduzieren und diese lebenswichtige Ressource langfristig zu sichern.”
Michael Hanisch
Head of Technology Deutschland bei AWSFazit: Weniger Wasser, mehr Verantwortung
Amazon zeigt, dass leistungsstarke Cloud-Infrastruktur und verantwortungsvoller Wasserverbrauch kein Widerspruch sein müssen. Mit innovativer Kühltechnologie, aufbereitetem Wasser statt Trinkwasser, ambitionierten Rückführungszielen und konkreten Projekten vor Ort in Deutschland setzt das Unternehmen neue Maßstäbe für die Branche.










