Das Wichtigste in Kürze
- ETERNO reduziert mit seiner KI-Plattform den Verwaltungsaufwand in der ambulanten Versorgung um 90 Prozent.
- CareMates verkürzt den Aufnahmeprozess in der Pflege von fünf Stunden auf unter eine Stunde.
- Das MLL Münchner Leukämielabor senkt die Genomanalyse-Zeit pro Probe von 20 auf 3 Stunden – für schnellere Krebsdiagnosen.
- Alle drei Unternehmen setzen auf die Cloud-Infrastruktur von AWS und halten die Entscheidung beim Menschen.
Wo KI im Gesundheitswesen den Unterschied macht
Nur 15 Prozent der deutschen Unternehmen setzen KI transformativ ein – das zeigt die aktuelle Studie „Erschließung des KI-Potenzials in Deutschland 2026“ von Strand Partners im Auftrag von Amazon Web Services (AWS).
Gerade im Gesundheitswesen könnte KI dort ansetzen, wo der Druck seit Jahren wächst: Fachkräftemangel, Bürokratie und veraltete IT-Systeme. Drei deutsche Gesundheitsakteure aus dem AWS Pioneers Projekt zeigen, wie das gelingt – mit KI, die Ärztinnen und Ärzten Zeit zurückgibt, Pflegekräfte entlastet und Krebsdiagnosen beschleunigt.
Wie hilft AWS ETERNO, Ärztinnen und Ärzte von Bürokratie zu befreien?
„Ärzte haben typischerweise nur sieben Minuten, um die gesamte Krankengeschichte, Testergebnisse und Gesundheitsdaten eines Patienten zu erfassen. In diesem kurzen Zeitfenster ist es fast unmöglich, das vollständige Bild zu sehen.“
Maximilian Waldmann
Gründer und CEO von ETERNOSo beschreibt Maximilian Waldmann, Gründer und CEO von ETERNO, das Problem, das ihn antreibt.
ETERNO hat die cloudnative, KI-gestützte Plattform ETERNO Cloud entwickelt, die alles von der Terminbuchung bis zur Abrechnung in der ambulanten Versorgung automatisiert. Das Ergebnis: 90 Prozent weniger Verwaltungsaufwand.
Im Zentrum steht LENI, eine Suite von generativen KI-Assistenten, die Arztgespräche in Echtzeit zusammenfasst, bei der Abrechnung hilft, und evidenzbasierte nächste Schritte vorschlägt, und das alles bei voller Kontrolle durch die Ärztin oder den Arzt.
„In unseren Kliniken in ganz Deutschland, in denen wir täglich Tausende Patient:innen behandeln, sagen uns Ärzte, dass sich KI wie Magie anfühlt. Patient:innen profitieren von einer nahtlosen Versorgung von der Aufnahme bis zur Entlassung“, sagt Waldmann.
Maximilian Waldmann, CEO und Co-Gründer von ETERNODie Plattform basiert vollständig auf der sicheren Cloud-Infrastruktur von AWS. Jede dritte medizinische Fachkraft in Europa ist über 60, die Mehrheit sind Frauen. Viele haben den Beruf verlassen, weil sich Arbeitszeiten und Privatleben nicht vereinbaren ließen.
Weil die ETERNO Cloud remote und flexibel nutzbar ist, finden besonders Teilzeitkräfte einen Weg zurück in die Versorgung.
„Das hat einen enormen Einfluss auf Teilzeitkräfte. Wir haben Ärztinnen und Ärzte, die dankbar sind, dass sie wieder arbeiten können“, sagt Waldmann.
Für Waldmann geht es um mehr als Effizienz: „Wir erfinden die ambulante Versorgung nicht neu, um Ärzte zu ersetzen, sondern um sie zu unterstützen. So machen wir Medizin nachhaltiger, zugänglicher und wieder menschlicher. “
Wie reduziert CareMates mit AWS den Pflegeaufwand?
Dylan Hayward und Johannes Kiwi, Gründer von CareMatesIn der Pflege ist Zeit die wertvollste Ressource, und die knappste. Dylan Hayward, Mitgründer und Geschäftsführer von CareMates, kennt das aus eigener Erfahrung:
„Ich bin mit zwei Eltern aufgewachsen, die in der Pflege tätig waren. Ich habe deren Freude an der Arbeit gesehen, aber auch die Überlastung durch administrative Arbeit. Eine einzige Neuaufnahme z.B. konnte bis zu fünf Stunden an Telefonaten, Papierkram und Formularen verschlingen.“
Dylan Hayward
Mitgründer und Geschäftsführer von CareMatesCareMates ist Deutschlands erste KI-unterstützte Software für Klientenaufnahmen in der Pflege- und Sozialwirtschaft. Jede Anfrage, ob Telefonanruf, Webformular oder Fax, läuft an einem zentralen Ort zusammen. KI erstellt automatisch die Pflegedokumentation. Die Fachkraft prüft und entscheidet. Das Ergebnis: Der Aufnahmeprozess verkürzt sich von fünf Stunden auf unter eine.
„Wir haben über 15.000 Anfragen in mehr als 250 Einrichtungen verarbeitet und mehr als 22.000 Stunden zurückgegeben. Zeit für Gespräche mit Angehörigen und dringend benötigte Pausen in einem Beruf mit hoher Burnout-Rate“, erzählt Hayward.
Laut der KI-Studie 2026 fließen bei deutschen Unternehmen durchschnittlich 44 Prozent der Technologieausgaben in Compliance. In der Pflege, wo täglich hochsensible Gesundheitsdaten verarbeitet werden, ist sichere Infrastruktur keine Option, sondern Voraussetzung. Deshalb entwickelt CareMates seine Technologie datenschutzkonform auf der AWS Cloud-Infrastruktur.
Wie beschleunigt das Münchner Leukämielabor (MLL) Krebsdiagnosen mit AWS-Cloud?
Die WHO-Klassifikation für Leukämie und Lymphome umfasst 900 Seiten, allein 60 verschiedene Subtypen von Leukämie. Eine Fehldiagnose kann den Unterschied zwischen einer Heilungsrate von 95 und 40 Prozent bedeuten.
Am MLL Münchner Leukämielabor und MLL Medizinisches Versorgungszentrum (MVZ) treffen täglich zwischen 300 und 1.000 Blut- und Knochenmarkproben ein.
Am MLL Münchner Leukämielabor und MLL Medizinisches Versorgungszentrum (MVZ) treffen täglich zwischen 300 und 1.000 Blut- und Knochenmarkproben ein.
„Jede einzelne davon ist ein Mensch. Die Frage, die mitkommt, lautet: Habe ich Leukämie, oder bin ich gesund?“
Professor Wolfgang Kern
Mitgründer des MLLDurch die Verbindung tiefer medizinischer Expertise mit KI und Cloud-basierter Genomik diagnostiziert das MLL seltene Leukämie-Subtypen in Stunden statt Wochen. Die Genomanalyse-Zeit pro Probe sank von 20 auf 3 Stunden. Über 1,4 Millionen Fälle hat das Labor in 20 Jahren analysiert, das entspricht 4,5 Petabytes an Daten.
Als das MLL vor acht Jahren entschied, Genomdaten in seine Diagnostik aufzunehmen, war klar: Diese Datenmengen lassen sich nicht im eigenen Rechenzentrum bewältigen.
Als das MLL vor acht Jahren entschied, Genomdaten in seine Diagnostik aufzunehmen, war klar: Diese Datenmengen lassen sich nicht im eigenen Rechenzentrum bewältigen.
Professor Torsten Haferlach und Professor Wolfgang Kern, Gründer von MLLFoto von markus gellert„Wir haben 1,4 Millionen Fälle untersucht, mit im Median drei Methoden. Das ergibt 4,2 Millionen Untersuchungen in einer Datenbank“, erklärt Professor Torsten Haferlach, der das MLL gemeinsam mit Wolfgan Kern gegründet hat. „Man braucht sehr hohe Sicherheit, um diese Daten zu schützen. Das im eigenen Haus zu leisten, wäre ein enormer Aufwand gewesen.“
Die Wahl fiel auf die Cloud-Infrastruktur von AWS.
Heute setzt das Labor KI in jedem Bereich ein: von der Berechnung genetischer Varianten bis hin zu automatisierten Befundberichten.
„Es gibt keinen einzigen Bereich im Labor, in dem wir keine KI nutzen. Immer im Zusammenspiel mit dem Menschen“, sagt Kern.
Was ETERNO, CareMates und MLL gemeinsam haben
Drei sehr unterschiedliche Unternehmen – zwei Startups und ein seit über 20 Jahren etabliertes Diagnostiklabor – setzen KI nicht als Experiment ein, sondern dort, wo sie einen messbaren Unterschied macht.
Sie geben Ärztinnen und Ärzten Zeit zurück, entlasten Pflegekräfte und beschleunigen lebensrettende Diagnosen. Ihre KI-Systeme übernehmen zeitintensive Aufgaben, aber die Entscheidung bleibt beim Menschen.
Was diese drei Beispiele über das Gesundheitswesen hinaus zeigen: Deutsche Unternehmen können an der Spitze der KI-Innovation stehen, wenn sie Zugang zur besten Technologie haben und frei wählen können, welche Werkzeuge sie einsetzen.
Laut der KI-Studie 2026 sehen 94 Prozent der deutschen Unternehmen genügend Wahlmöglichkeiten bei KI- und Cloud-Technologien. Und alle drei Pioneers nutzen diese Freiheit: Sie bauen auf der Cloud-Infrastruktur von AWS, weil sie für ihren jeweiligen Anwendungsfall die beste Lösung bietet.
Dass gerade junge Unternehmen hier besonders schnell vorangehen, zeigt auch der neue AWS Global Startup Trends Report „Engines of Growth": KI-native Startups in Deutschland wachsen mit durchschnittlich 153 Prozent pro Jahr, 97 Prozent nutzen Cloud-Dienste und 80 Prozent haben eigene KI-Modelle entwickelt. ETERNO und CareMates stehen exemplarisch für diese Dynamik. Doch auch etablierte Unternehmen wie das MLL zeigen: Wer KI konsequent einsetzt, erzielt Wirkung - unabhängig vom Gründungsjahr.
91 Prozent der KI-nutzenden Unternehmen in Deutschland erwarten, dass KI ihr Wachstum im kommenden Jahr steigern wird. ETERNO, CareMates und MLL zeigen, was möglich ist, wenn aus dieser Bereitschaft Umsetzung wird. Nicht nur im Gesundheitswesen, sondern überall dort, wo Innovation einen Unterschied macht.
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