„Meine früheren Weggefährten werden langsam alt, während ich mitten in einer neuen Aufgabe stecke, die mir viel Spaß macht“, berichtet Jochen Hastedt mit Genugtuung. Der 63-Jährige blickt auf eine beachtliche Karriere zurück, deren bisheriger Höhepunkt die Tätigkeit als Vorstand bei der französischen Gesellschaft des Kosmetikkonzerns Schwarzkopf war. Der Manager lebte damals auf der île St. Louis, einer kleinen Insel mitten in Paris. Diese Erinnerung kultiviert Hastedt heute im Namen seiner Firma L´Ile, mit der er umweltschonende Reinigungsmittel unter der Marke biolil auf den Markt bringt.

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Früher Vorstand bei Schwarzkopf, heute einer von 23 „Unternehmern der Zukunft“ – Jochen Hastedt aus Hamburg.

„Schon während meiner Zeit in Frankreich hatte ich das Gefühl, ich mache mich danach noch einmal selbstständig“, erzählt Hastedt. „Und so kam es auch: Nach meiner Rückkehr nach Deutschland machte ich mich daran, L´Ile aufzubauen.“ Inspiriert durch einen befreundeten Chemiker setzte sich der Manager das Ziel, mit einer Reihe biologischer Reinigungsmittel eine Alternative zu den „Chemiekeulen“ zu schaffen, die in den Supermärkten die Regale dominieren. Zunächst startete Hastedt mit Reinigern für den Industriebedarf. Aus einem Workshop mit Chemikern, Marketingspezialisten und Industriedesignern entstand dann die Marke biolil, die es bald ins Sortiment einer überregionalen Supermarktkette schaffte.

Als biolil nach einem Wechsel in der Einkaufsabteilung der Kette ausgelistet wurde, kam das Förderprogramm „Unternehmer der Zukunft“ für Jochen Hastedt genau zur richtigen Zeit. „Nach der Zusage für das Programm habe ich noch einmal investiert, um biolil mit Hilfe einer bekannten Werbeagentur komplett zu überarbeiten“, erklärt der Unternehmer stolz.

Seit April sind die acht neuen biolil-Produkte auf Amazon.de gelistet und Jochen Hastedt ist mit den Ergebnissen hochzufrieden: „Die Präsenz bei Amazon ist eine ganz andere, als ich sie mit einem Onlineshop erzielen könnte. Bei Amazon erreiche ich Menschen, die ich sonst nie erreichen würde.“ Egal ob es um eine detaillierte Preisanalyse geht oder um Onlinemarketing-Maßnahmen – der erfahrene Consumer-Experte hat bereitwillig alle Herausforderungen angenommen, die der Verkauf auf dem Amazon Marketplace an eine neue Marke stellt. „Ich betrachte es als Vorteil, dass ich dazu gezwungen wurde, mich damit präzise auseinanderzusetzen. Zudem hat mich Amazon dabei sehr gut unterstützt.“

Besonders spannend ist für den 63-Jährigen der Vergleich zu seinen früheren Tätigkeiten, als der Online-Handel noch kein Thema war. „Die Zukunft ist für mich klar der E-Commerce. Früher musste man für die Werbung viel mehr Geld in die Hand nehmen und hatten trotzdem enorme Streuverluste. Im Internet kann ich meine Zielgruppen viel effizienter und einfacher erreichen.“ Gerade im Hinblick auf die Einführung einer neuen Marke wie biolil böte Amazon Möglichkeiten, von denen man früher nicht einmal geträumt habe: „Es ist so einfach, hier eine breite Präsenz aufzubauen.“

Eine große Erleichterung stellt das Angebot von Amazon auch im Hinblick auf die Internationalisierung von biolil dar, die für Jochen Hastedt als Nächstes auf der Agenda steht. „Ich bin gerade dabei, mit einem Patentanwalt die nötigen Abklärungen vorzunehmen. Aber die Übersetzungen ins Englische, Spanische, Italienische und Französische sind schon da.“ Statt wie früher einen internationalen Vertrieb aufzubauen, kann Jochen Hastedt nun mithilfe von „Versand durch Amazon“ seine Produkte auch in anderen europäischen Ländern anbieten. „Ich fühle mich wie ein Start-up-Unternehmer – aber mit Erfahrung. Und das macht jede Menge Spaß“, freut sich der Management-Profi.